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| Jeder bekommt den Partner, den er verdient. Band 2 von ,
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Nicht immer richtig, aber sehr, sehr wichtig
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Jeder bekommt den Partner, den er verdient. Band 2 (Taschenbuch) Daß seriöse Psychologie moralische Begriffe ausklammert, hört da auf, hilfreich zu sein, wo der Blick auf das Wesentliche verschleiert wird: Wer an den Hobbys seines Partners herumnörgelt, weil er selbst unfähig ist, eigene geistige Interessen zu entwickeln, oder wer sich erst von ihm aushalten läßt und ihm dann als Dank nichts als den berühmten Tritt in den Hintern gibt, der folgt doch wohl kaum primär seinem situativ geförderten Drang zur überfälligen Erfüllung diverser "Kompensationsbedürfnisse", sondern schlicht und einfach seinem grundsätzlich niederen Charakter. Und für den ist sein Partner wirklich nicht auch noch verantwortlich - so sinnvoll es ansonsten aus irgendwelchen Gründen auch sein mag, daran zu glauben, dass er schön brav an überhaupt möglichst allem immer selbst schuld zu sein hat (So, wie wir anständigen Menschen schließlich alle... Der Rest ist natürlich unschuldig. Amen). A propos, handelt es sich bei niederem Charakter eigentlich auch um ein sogenanntes "Anlagendefizit"? - Nein, wohl eher im Gegenteil, denn schließlich bringt er seinem stolzen Besitzer ja eine ganze Menge, und zwar nicht nur auf dem Partnerschaftsmarkt... So und nicht anders ist dieser Begriff doch zu verstehen, richtig, Herr Meyer?!
Außerdem: Ist es sinnvoll, jemanden, dem die Natur einen gesunden Egoismus versagt hat, für das versäumte Kompensieren seiner Defizite wie einen Schüler zu schelten, der seine Hausaufgaben vergessen hat? Es hat ihm doch niemand beigebracht, was egoistisches Denken überhaupt bedeutet und wie man seine individuellen Ansprüche definiert. Das müßte er erst einmal lernen. Es dann in die Praxis umzusetzen, wäre noch der nächste, nicht minder mühevolle Schritt - solche Menschen haben nun mal grundsätzlich andere Voraussetzungen als die Mehrheit an leichtfüßigen geborenen 0815-Egoisten, der sie ausgeliefert sind.
Fazit: Wenn man entsprechend gut vorbereitet ist, kann man auch besser mit allem fertig werden, ja - aber muß man sich deswegen auch gleich alles geben? Da Amor mit seinen Auserwählten erfahrungsgemäß nun mal nicht immer unbedingt Gutes im Schilde führt, wäre es doch keine Schande, seine Pfeile mit mehr Vorsicht zu genießen. Das Kompensieren von Persönlichkeits- und anderen Defiziten ist zwar eine große Hilfe, jedoch kein Allheilmittel.
Doch wie auch immer die Ausarbeitung zu bewerten ist - für die bisher bestenfalls unzulängliche Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Thema kann die Gesellschaft nicht deutlich genug ermahnt werden. Der von ihr gelebte Zynismus in Form einer Kollektivneurose, die von linientreuen ignoranten Schönrednern als Gespensterseherei abgetan wird, ist harter Fakt: Zusätzlich zu den innermenschlichen Defiziten werden destruktive Beziehungen durch äußere Zwänge vorprogrammiert, und zwar nicht erst seit heute. Durch das komplexe Zusammenspiel dieser Faktoren erhält der altbekannte Ausdruck "Zweckgemeinschaft" eine tiefere, alarmierende Bedeutung: Die Beteiligten glauben zwar immer zu wissen, worauf damit angespielt werden soll, doch in Wirklichkeit durchschauen sie offensichtlich weder diesen ominösen "Zweck", noch wer oder was ihn letztlich bestimmt. Genau hier (und nicht etwa in der Rechtschreibung) sind dringend (aufklärerische) Reformen nötig!
Nicht zuletzt weckt das Buch durch das Aufzeigen von Möglichkeiten zu effektiven gewinnbringenden Veränderungen die wichtige Hoffnung auf eine Zukunft unter dem Stern machbaren Glücks, dessen Stabilität gegenüber seiner wohlbekannten Labilität Zug um Zug aufholt. Da geht nicht nur noch was, da muß noch mehr gehen! Also vergessen wir mal den derben Ton (aber nicht den Inhalt!) der eingänglichen Kritik: Ein Auge zu und taktische fünf Sterne.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 26. August 2004 | | | | | | | |
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